Stellungnahme zur kommunalen Wärmeplanung der Stadt Witten

Einleitung


Die Klima-Allianz Witten ist ein Zusammenschluss von Initiativen und Einzelpersonen mit dem Ziel, klimaschädliche Emissionen in Witten wirksam und zügig zu reduzieren. Sie wurde 2019 gegründet und ist als gemeinnütziger Verein organisiert.

Der Stadtrat der Stadt Witten hat beschlossen, Klimaneutralität bis 2040 zu erreichen. Die kommunale Wärmeplanung ist hierfür eines der zentralen strategischen Instrumente, da der Wärmesektor einen wesentlichen Anteil an den lokalen Treibhausgasemissionen hat. Vor diesem Hintergrund beziehen wir Stellung, ob das Klimaneutralitätsziel mit dem bisherigen Planungsstand realistisch erreichbar ist. Diese Stellungnahme richtet sich an Verwaltung und Politik der Stadt Witten sowie an alle am Prozess der kommunalen Wärmeplanung Beteiligten.

Würdigung positiver Aspekte

Klare Analyse der Ausgangslage

Die Bestandsanalyse zeigt eindeutig die starke Abhängigkeit des Wittener Wärmesektors von fossilen Energieträgern und die daraus resultierenden hohen Treibhausgasemissionen. Diese Klarheit ist eine notwendige Grundlage für wirksamen Klimaschutz.

Breite Betrachtung erneuerbarer Wärmeoptionen

Die systematische Analyse von Umweltwärme, Geothermie, Solarthermie, Abwärme, Biomasse und Sanierungspotenzialen macht deutlich, dass eine klimaneutrale Wärmeversorgung technisch grundsätzlich möglich ist.

Realistische Einordnung von Wasserstoff

Ausdrücklich positiv hervorzuheben ist die kritische Bewertung von Wasserstoff für den Raumwärmebereich. Die Präsentation vermeidet unrealistische Erwartungen und benennt die erheblichen Unsicherheiten klar.

Zentrale Kritikpunkte aus Sicht des Klimaschutzes

Rückschritt bei Transparenz und Planungsorientierung

In einer Präsentation im Rathausforum am 29. Oktober 2025 wurde bereits eine Karte vorgestellt, die Gebiete auswies, in denen mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit keine zentrale Wärmeversorgung (z. B. über Wärmenetze) realisiert werden wird. Diese Darstellung war aus Sicht des Klimaschutzes und für die Bevölkerung ausgesprochen wertvoll.

Gerade für Hauseigentümer:innen stellt eine solche Karte eine wichtige Investitions- und Planungsgrundlage dar, etwa für Entscheidungen zu Heizungsersatz, Sanierung oder Wärmepumpen. Sie trägt zudem dazu bei, Fehlinvestitionen und Verzögerungen bei der Dekarbonisierung zu vermeiden.

Dass eine vergleichbare Karte in der nun vorliegenden Zwischenergebnispräsentation fehlt, ist aus unserer Sicht enttäuschend. Die aktuelle Präsentation fällt damit inhaltlich und kommunikativ hinter einen bereits erreichten Stand zurück.

Aus Klimaschutzsicht ist dies problematisch, da frühzeitige Orientierung und Planungssicherheit entscheidend dafür sind, dass die Einwohner:innen Wittens rechtzeitig in klimafreundliche Lösungen investieren.

Für das Vertrauen in den Prozess ist entscheidend, dass Inhalte, die öffentlich präsentiert wurden, in späteren offiziellen Unterlagen zumindest erklärt, eingeordnet oder transparent weiterentwickelt werden. Größere Abweichungen oder das Weglassen zuvor gezeigter Inhalte sollten nachvollziehbar begründet werden, um Verunsicherung in der Bevölkerung zu vermeiden. Wir halten es für dringend erforderlich, diese Kartendarstellung wieder aufzunehmen, öffentlich zugänglich zu machen und im weiteren Prozess verbindlich fortzuentwickeln, sodass sie als verlässliche Orientierungs- und Entscheidungsgrundlage für Eigentümer:innen dienen kann.

Fehlende konsequente Ausrichtung auf das Zieljahr 2040

Die Zwischenergebnisse sind bislang nicht klar und nachvollziehbar auf das vom Stadtrat beschlossene Ziel der Klimaneutralität bis 2040 ausgerichtet. Dies hat sicherlich auch damit zu tun, dass bisher nur die Bestands- und Potentialanalyse durchgeführt wurde. Für die weitere kommunale Wärmeplanung sind aus unserer Sicht aber erforderlich:

  • ein quantifizierter Emissionsminderungspfad bis 2040,
  • eine zeitliche Priorisierung zentraler, gut umsetzbarer Maßnahmen,
  • sowie eine klare Aussage, welche Beiträge einzelne Maßnahmen zur Zielerreichung leisten sollen.

In der bisherigen Darstellung fehlt eine klare Unterscheidung zwischen kurzfristig nutzbaren Potentialen (bis 2030) und langfristigen Transformationsoptionen. Für das Erreichen der Klimaneutralität bis 2040 ist jedoch entscheidend, dass bereits in diesem Jahrzehnt substanzielle Emissionsminderungen realisiert werden. Die folgenden Planungsschritte müssen klare Prioritäten und zeitliche Konkretisierungen als Ergebnis haben.

Angesichts der langen Investitionszyklen im Gebäudebestand bedeutet jede weitere Verzögerung, dass das Erreichen der Klimaneutralität bis 2040 zunehmend unrealistisch wird.

Fehlende Aussagen über die Zukunft des Wittener Gasnetzes

Die Bestandsanalyse zeigt eine flächendeckend etablierte Gasnetzinfrastruktur mit über 14.000 angeschlossenen Gebäuden. Diese Infrastruktur prägt Investitionsentscheidungen und Erwartungshaltungen maßgeblich. Ohne eine klare Perspektive für einen schrittweisen Rückbau bzw. die Umnutzung dieser Infrastruktur besteht die Gefahr erheblicher Lock-in-Effekte, die das Erreichen der Klimaneutralität bis 2040 zusätzlich erschweren.

Überbetonung technischer Potenziale

Die wiederholte Aussage, dass technische Wärmepotenziale bilanziell ausreichen, ist aus Klimaschutzsicht nicht ausreichend. Entscheidend ist, welche Potenziale realistisch und rechtzeitig auch tatsächlich bis 2040 erschlossen werden können! Diese Unterscheidung wird bislang zu wenig konkret getroffen. Auf Folie 43 erfährt man nur Summen, in denen Energie enthaltenDie Analyse weist sehr hohe theoretische Wärmeeinsparpotenziale durch Gebäudesanierung aus. Ergänzend sollte jedoch deutlicher gemacht werden, dass diese Potenziale nur unter günstigen Rahmenbedingungen erreichbar sind und stark von Sanierungsraten, finanziellen Möglichkeiten der Eigentümer:innen, und sozialen und baulichen Restriktionen abhängen.

Für die Zielerreichung bis 2040 ist daher eine realistische Einschätzung erforderlich, welcher Anteil dieser Potenziale tatsächlich erschlossen werden kann. Ohne flankierende soziale, finanzielle und beratende Instrumente besteht die Gefahr, dass entsprechende Annahmen zu optimistisch sind und die tatsächliche Emissionsminderung deutlich geringer ausfällt. ist, die nur bedingt genutzt werden kann. Sehr viel interessanter und wichtiger als diese Zahlen wären hier die genauen Größen der gut nutzbaren Wärmepotenziale.

Für die weiteren Schritte der Wärmeplanung sollte über die technischen Potenziale hinaus eine soziale und ökonomische Bewertung sowie eine Risikoanalyse enthalten sein. Wichtige Fragen sind dabei die sozialen Auswirkungen auf Mieter:innen und Eigentümer:innen und welche Umsetzungs- und Akzeptanzhemmnisse bestehen könnten. Weiterhin wäre eine Analyse der Fachkräfteverfügbarkeit und Maßnahmen zu ihrer Steigerung wichtig.

Sanierungspotenziale: Realisierbarkeit bis 2040 unklar

Die Analyse weist sehr hohe theoretische Wärmeeinsparpotenziale durch Gebäudesanierung aus. Ergänzend sollte jedoch deutlicher gemacht werden, dass diese Potenziale nur unter günstigen Rahmenbedingungen erreichbar sind und stark von Sanierungsraten, finanziellen Möglichkeiten der Eigentümer:innen, und sozialen und baulichen Restriktionen abhängen.

Für die Zielerreichung bis 2040 ist daher eine realistische Einschätzung erforderlich, welcher Anteil dieser Potenziale tatsächlich erschlossen werden kann. Ohne flankierende soziale, finanzielle und beratende Instrumente besteht die Gefahr, dass entsprechende Annahmen zu optimistisch sind und die tatsächliche Emissionsminderung deutlich geringer ausfällt.

Biomasse differenziert betrachten

Die Potenzialanalyse weist Biomassepotenziale aus. Aus Klimaschutzsicht ist dabei wichtig, klar zwischen begrenzt verfügbaren, ökologisch verträglichen Reststoffen (z. B. Grünschnitt, Abfälle) und potenziell problematischen Formen der Biomassenutzung mit Flächenkonkurrenz
zu unterscheiden. Eine solche Differenzierung trägt dazu bei, Fehlentwicklungen zu vermeiden und Biomasse gezielt nur dort einzusetzen, wo sie sinnvoll ist.

Schlussbemerkung

Die Klima-Allianz Witten begrüßt ausdrücklich, dass die Stadt Witten die kommunale Wärmeplanung vorantreibt. Gleichzeitig erwarten wir, dass der weitere Prozess:

  • konsequent am Zieljahr 2040 ausgerichtet wird,
  • Transparenz und Planungssicherheit für die Bevölkerung stärkt,
  • und bereits erreichte Standards der Offenheit und Orientierung nicht wieder zurücknimmt.

Gerne bringen wir uns auch weiterhin konstruktiv in den Prozess ein. Dabei verstehen wir uns ausdrücklich als konstruktiver zivilgesellschaftlicher Partner für einen ambitionierten und transparenten Transformationsprozess.

Wärmepumpe live erleben: „Tag des offenen Heizungskellers“ am 15. November

Wie laut ist eine Wärmepumpe wirklich? Wird es damit auch an kalten Tagen richtig warm? Funktioniert das auch im Altbau – und was heißt das im Alltag für Stromverbrauch und Kosten?
Dazu bekommst du am Samstag, 15. November 2025, Antworten aus der direkten Nachbarschaft: Beim „Tag des offenen Heizungskellers“ öffnen Hausbesitzer mit Wärmepumpe ihre Türen – auch in Witten und Umgebung!

Du kannst dir an diesem Tag echte Wärmepumpen im Betrieb sehen und dich mit Menschen austauschen, die bereits umgestiegen sind. So erfährst du, wie die Planung und Installation ablief, welche Förderungen genutzt wurden und wie zufrieden die Haushalte heute mit ihrer Anlage sind.

Der Aktionstag ist Teil einer bundesweiten Initiative von Umwelt- und Klimagruppen. Unsere Projektgruppe WittenZero organisiert den Tag zusammen mit GermanZero Ruhrgebiet für Witten und Umgebung.

Neugierig? Melde dich an!

Das Organisationsteam vermittelt dir je nach Interesse für bestimmte Wärmepumpen einen passenden Gastgeber in der Nähe.

Bei Fragen oder zur Anmeldung melde dich bitte bis spätestens bis zum 9. November per E-Mail an

Mehr Infos auch hier: https://www.germanzero-ruhrgebiet.de/heizungskeller.html

Vortrag am 26. März: Naturgärten – wie kleine und große Gärten klimafit und biodivers werden

Plakat zur Veranstaltung.

Rechtzeitig zu Beginn des Frühjahrs haben sich die Klima-Allianz Witten und die (Grand-)Parents For Future Witten mit dem Thema Naturgärten beschäftigt. Im Rahmen ihrer Reihe „Wittener Klimadialog“ richtet sich der aktuelle Vortrag an alle, die durch eine Klima-angepasste Gestaltung ihres Gartens oder der Balkonbepflanzung zum Klimaschutz und zum Erhalt unserer Lebensgrundlagen beitragen möchten.

Der Vortrag möchte zeigen, wie interessierte Freizeitgärtner durch eine naturnahe Gartengestaltung in ihren großen oder kleinen Gärten, in Beeten, auf Terrassen und Balkonen einen Beitrag zur Erhaltung der heimischen Tier- und Pflanzenwelt und zum Klimaschutz leisten können.

Für den Vortrag mit anschließender Diskussion konnte Dipl.-Ing. Dorothea Schulte gewonnen werden, die aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in der Garten- und Landschaftsarchitektur viele praxisorientierte Tipps und Hilfen bereithalten wird.

Ort: LWL-Museum Zeche Nachtigall (Nachtigallstraße 35)
Datum: Mittwoch, 26. März, um 18:30 Uhr
Anmeldung erbeten über:

Handlungskonzept Klimaschutz 2030: Zu kleiner Schritt in die richtige Richtung

In der Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung und Klimaschutz am 23. Januar wurde das Handlungskonzept Klimaschutz 2030 der Stadt Witten mit großer Mehrheit positiv abgestimmt. Zudem wurde ein wichtiges Ziel beschlossen: Witten soll bis 2040 klimaneutral werden.

Die Initiative WittenZero, die sich innerhalb der Klima-Allianz Witten gegründet hat, hat sich im Vorfeld intensiv mit dem Konzept beschäftigt. Das Team hat mehrere Gespräche mit Wittener Ratsfraktionen und der Verwaltung darüber geführt.

„Wir freuen uns über den produktiven Austausch im Vorfeld des Beschlusses zum Handlungskonzept.“, sagt Janine Plickert, Koordinatorin von WittenZero. „In den Gesprächen haben wir bei allen Beteiligten Engagement und Sachkunde gespürt und das Interesse an weiterer Zusammenarbeit. Wir haben deutlich gemacht, dass wir am Konzept der Stadt besonders positiv finden, dass die enthaltenen 15 Starter-Maßnahmen direkt nach Beschluss umgesetzt werden können. Das Konzept plant jedoch nur bis 2030. Damit das Ziel Klimaneutralität 2040 erreicht wird, haben wir vorgeschlagen, dass das Konzept rechtzeitig fortgeschrieben werden sollte – und dann noch genauer den Weg beschreiben sollte, wie Witten klimaneutral werden kann.“

WittenZero begrüßt, dass ihre Bitte, bereits 2027 statt 2029 mit der Fortschreibung des Konzeptes zu beginnen, in einen breit getragenen Antrag aufgenommen wurde. Dieser Antrag wurde mehrheitlich beschlossen. Er besagt auch: Die Fortschreibung soll genau darlegen, wann welche Maßnahme in welchem Jahr zur Reduzierung welcher Menge CO₂ durchgeführt werden muss, um die beschlossene Klimaneutralität der Stadt Witten im Jahr 2040 zu erreichen.

Stefan Borggraefe, Vorsitzender der Klima-Allianz Witten, meint: „Die jetzigen Entscheidungen des Stadtrats sind ein zu kleiner Schritt in die richtige Richtung. Zumal die bis 2030 eingeplanten Mittel von 600.000 € zur Hälfte aus den Kosten für das schon längst beschlossene Jobticket für Verwaltungsangehörige bestehen. Wenn Witten tatsächlich in 15 Jahren klimaneutral werden will, müssen weitere zielführende Beschlüsse folgen und die ganze Stadtgesellschaft von den Vorteilen der notwendigen Veränderungen überzeugt werden. Die Klima-Allianz und WittenZero werden hier weiter unterstützen und einen positiven Beitrag leisten.”

Wer aktiv dabei mithelfen will, dass es mit dem Klimaschutz in Witten schneller vorangeht, kann gerne jederzeit Kontakt über aufnehmen!

Gesundheitsschutz braucht Klimaschutz

Ein kleiner Globus, der auf dem Kopf eines Stethoskops liegt.
Foto: CC-BY 2.0 von Marco Verch

Am 23. Oktober um 18:30 Uhr veranstalten Klima-Allianz Witten und (Grand-)Parents For Future Witten an der Uni Witten/Herdecke, Alfred-Herrhausen-Str. 50, Raum U0.31 eine Veranstaltung zum Thema „Gesundheitsschutz braucht Klimaschutz“.

Die Veranstalter stellen im Rahmen ihrer gemeinsamen Reihe „Wittener Klimadialog“ nun in den Mittelpunkt, was die Menschen in Witten für eine gute Gesundheit und gleichzeitig für den Klimaschutz tun können. Zuvor gab es in dieser Reihe bereits gut besuchte Veranstaltungen zum Thema Wärmepumpen und eine zum Thema Aktivismus mit Bärbel Höhn.

Dieses Mal beschäftigen sich die Ärztin Dr. Liane Hein und die Diplom-Psychologin Hanna Roux mit den engen Zusammenhängen zwischen Gesundheit und Klimawandel und deren Auswirkungen auf das körperliche und seelische Wohlbefinden. Daraufhin werden sie vielfältige Maßnahmen zur Erhaltung und Stärkung der gesundheitlichen und psychisch-mentalen Widerstandsfähigkeit vorstellen. Die Organisatoren sind davon überzeugt, dass alle Teilnehmenden neue Ideen zur Steigerung der persönlichen Lebensqualität aus den Vorträgen ziehen werden.

Im Anschluss gibt es Gelegenheit zum Austausch und zur Diskussion.

Einlass ab 18:00 Uhr. Der Eintritt ist frei.

Buchlesung und Diskussion mit Bärbel Höhn

Bärbel Höhn (Foto: Richard343, CC BY-SA 4.0)

Am Montag, den 24. Juni 2024, 18 Uhr, stellt Bärbel Höhn (72) in der Bibliothek Witten ihr neues Buch „Lasst und was bewegen!“ vor. Dieser Appell richtet sich zwar in erster Linie an Ihre Generation, aber auch jüngere Menschen kann Sie mit ihrer Energie und ihrem Tatendrang begeistern.

Wer dabei sein möchte, meldet sich bitte bis zum 20. Juni per E-Mail an:

Bärbel Höhn war die erste grüne Ministerin für Umwelt und Landwirtschaft in der rot-grünen Landesregierung der Jahre 1995 bis 2005 in Nordrhein-Westfalen. Danach wechselte sie als Abgeordnete in den Bundestag, dem sie bis 2017 angehörte. Während dieser Zeit war sie unter anderem Vorsitzende des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz und Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit. 2014 brachte sie einen ersten Gesetzentwurf für ein Klimaschutzgesetz in den Bundestag mit ein.

Mit ihrem im Oktober 2023 erschienenen Buch „Lasst uns was bewegen! Was wir jetzt für die Zukunft unserer Kinder und Enkel tun können“ appelliert sie in ihrer neuen Rolle als Großmutter insbesondere an die ältere Generation, für Umwelt- und Klimaschutz aktiv zu werden. „Wir sind im besten Alter etwas zu ändern“, meint sie und sieht die Generation 60+ auch in der Verantwortung, sich für die Überwindung der Klimakrise einzusetzen.

Im Anschluss an ihren Vortrag wird sie Fragen aus dem Publikum beantworten und steht für weitere Diskussion gerne zur Verfügung.

Die Veranstaltung ist eine Kooperation von Bibliothek Witten, Klima-Allianz Witten und (Grand-)Parents For Future Witten. Einlass ist ab 17:30 Uhr.

Gut besuchte Veranstaltung über Wärmepumpen

Klima-Allianz und Parents for Future freuen sich über die erfolgreiche Veranstaltung „Mythen und Fakten über die Wärmepumpe“. Die etwa 80 anwesenden Personen haben für eine vollen Saal in der Pop-Akademie gesorgt und erfuhren alles über diese klimaschonende und wirtschaftliche Art zu heizen. Referent Peter Asmuth berichtete über Grundlagen und Praxis. Dabei gab er viele Tipps dazu, was bei Planung und Anschaffung zu beachten ist, um eine besonders wirtschaftliche Lösung zu erzielen.

Wer nicht dabei sein konnte, kann sich die Veranstaltung jederzeit als Videoaufzeichnung anschauen:

Die nächste Veranstaltung in der Reihe „Wittener Klimadialog“ findet am 24. Juni um 18 Uhr in der Bibliothek Witten statt. Dann wird die ehemalige NRW-Umweltministerin und derzeitige Energiebeauftragte für Afrika der Bundesregierung Bärbel Höhn zu Gast sein und sich der Diskussion stellen.

Informationsabend zum Thema Wärmepumpen am 25. April

Plakat zur Veranstaltung „Mythen und Fakten über die Wärmepumpe“

Am 25. April um 18 Uhr laden Parents For Future Witten und die Klima-Allianz Witten Interessierte zu einem Informationsabend „Mythen und Fakten über die Wärmepumpe“ in den großen Saal der Pop-Akademie, Ruhrstraße 48, ein.

Die Veranstaltung bietet einen umfassenden Einblick in die Nutzung von Wärmepumpen und deren Beitrag zum Klimaschutz. Sie bildet den Auftakt der von den beiden Organisationen geplanten Veranstaltungsreihe „Wittener Klimadialog“.

„Sollte sich der Einbau von Wärmepumpen im Gebäudebestand weiter verzögern, wird das zu einer Verschärfung der Klimakrise beitragen. Leider werden von politischen und wirtschaftlichen Interessengruppen immer noch viele Falschinformationen zum Thema verbreitet. In unserer Veranstaltung am 25. April wollen wir deshalb fundierte Informationen dagegensetzen. Dafür haben wir einen anerkannten Experten nach Witten geholt, der im Anschluss an seinen Vortrag zur Beantwortung weiterer Fragen bereitsteht,“ so Norbert Schier von den Parents For Future Witten.

Dr. Peter Asmuth

Referent Dr. Peter Asmuth war in verschiedenen Unternehmen der deutschen Energiewirtschaft mit den Schwerpunkten Stromerzeugung, Netzbetrieb und Vertrieb tätig. Verantwortlich war er dabei auch maßgeblich für den Ausbau erneuerbarer Energien mit dem Ziel, möglichst früh Klimaneutralität zu erreichen. In diesem Zusammenhang begleitete er auch die Umsetzung von Konzepten zur Beheizung von Wohnsiedlungen ausschließlich mit Wärmepumpen, wobei als Wärmequellen neben Luft und Erdreich auch das Abwasser in den städtischen Rohrnetzen genutzt wurde. Nach seiner Pensionierung 2018, setzt er sich weiter ehrenamtlich für die Umsetzung der Energiewende ein und ist derzeit unter anderem Vorsitzender des Landesverbandes NRW der Deutschen Gesellschaft für Sonnenenergie und Mitglied des Aufsichtsrates der Bürgerenergiegenossenschaft BEG-58.

Weiterhin wird es Infostände von mehreren Energieberatern aus der Region geben, die zur praktischen Umsetzung im eigenen Gebäude und zur Beantragung von Fördermitteln beraten können.

Der Informationsabend richtet sich an alle, die ihre Gebäude wirtschaftlicher und umweltfreundlicher beheizen möchten. Es sind aber auch Wittener Entscheidungsträger und Verantwortliche eingeladen, die in unserer Stadt die Wärmewende organisieren müssen.

Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei.

Mit alten Hasen und neuem Elan – Klima-Allianz mit neuem Vorstand

Der Klima-Allianz Witten e.V. hat auf seiner Mitgliederversammlung die Weichen für die nächsten zwei Jahre gestellt. Werner Frischmann hat nach fünf Jahren Klima-Allianz Witten nicht mehr für den Vorstandsvorsitz kandidiert, um die Verantwortung auf Jüngere zu übertragen, wobei eine sorgfältige Übergangsphase garantiert ist und bestimmte Projekte auch weiterhin von ihm koordiniert werden. Bei der Mitgliederversammlung wurde er emotional und mit großem Applaus als Vorsitzender verabschiedet.

Stefan Borggraefe und Jörg Zielske zu neuen Vorsitzenden gewählt

Gruppenfoto von den Teilnehmenden der Mitgliederversammlung.
Bei der Mitgliederversammlung wurde der bisherige Vorsitzende Werner Frischmann (ganz rechts) verabschiedet. Neuer Vorsitzender ist Stefan Borggraefe (mit Sakko, in der Mitte), zweiter Vorsitzender ist nun Jörg Zielske (kniend), Schriftführerin bleibt Jennifer Berckey (links, sitzend) und Schatzmeisterin Susanne Kock (konnte bei der Versammlung nicht dabei sein).

Den Vorsitz übernimmt ab sofort Stefan Borggraefe, der zusammen mit Werner Frischmann die Klima-Allianz gegründet hatte und der bisher zweiter Vorsitzender des Vereins war. Neuer zweiter Vorsitzender ist Jörg Zielske, der bisher schon als Beisitzer dem Vorstand angehörte. Ganz neu im Vorstand ist Reinhold Paas, der nun Beisitzer ist. Schatzmeisterin bleibt Susanne Kock und Schriftführerin Jennifer Berckey.

Zentrales Ziel der Klima-Allianz ist es, Witten bis zum Jahr 2035 klimaneutral zu machen. Dazu sollen einerseits eigene Aktionen beitragen, andererseits will der Verein über das Thema Klimaschutz in Witten informieren und aufklären. Um das Ziel zu erreichen, hat der Verein seit seiner Gründung ein großes Netzwerk mit über dreißig Netzwerkpartnern aus Wirtschaft, öffentlicher Hand und Zivilgesellschaft geknüpft. Konkret kümmert sich der Verein aktuell um die Schaffung von Trinkwasserbrunnen in jedem Stadtteil und um ein Projekt zur besseren Versorgung unserer Stadtbäume mit Wasser.

Vortrag zu Wärmepumpen am 25. April

Weiterhin beginnt im April eine gemeinsam mit Parents for Future Witten organisierte Vortragsreihe zu Klimathemen. Los geht es mit einem Vortrag zum Thema Wärmepumpen am 25. April um 18 Uhr in der evangelischen Pop-Akademie an der Ruhrstraße.

Wer Lust hat, die Aktionen der Klima-Allianz mitzugestalten, eigene Ideen einzubringen und so etwas Positives für Witten zu bewirken, kann sich gerne unkompliziert bei der Klima-Allianz melden. Kontaktdaten, aktuelle Termine und Informationen finden sich immer in unserem Klima-Kalender für Witten.

Unsere Rede bei der Kundgebung „Laut gegen Rechts“

Am 24. Januar 2024 fand in Witten vor dem Saalbau die Kundgebung „Laut gegen Rechts“ statt. Anlass war einerseits eine Veranstaltung der Bundestagsfraktion der sog. AfD im Saalbau und andererseits die Enthüllungen des Medienhauses CORRECTIV über ein Treffen hochrangiger Mitglieder der sog. AfD mit anderen Rechtsextremen. Auf diesem Treffen wurde demnach die konkrete Umsetzung der Deportation und Vertreibung von Millionen von Menschen, auch deutschen Staatsbürger:innen, besprochen.

Zu dieser Kundgebung wurde von mehr als vierzig zivilgesellschaftlichen Organisationen, Kirchen und Parteien aufgerufen, darunter auch die Klima-Allianz Witten Die Kundgebung war ein überwältigender Erfolg: mit etwa 5.000 Teilnehmenden war es die größte politische Demonstration in Witten seit etwa 50 Jahren.

Für die Klima-Allianz Witten durfte unser 2. Vorsitzender Stefan Borggraefe einen Redebeitrag beisteuern:

Stefan Borggraefe auf der Kundgebung „Laut gegen Rechts“ am 24. Januar 2024

Skript der Rede

Hier die vorbereitete Rede im Wortlaut. Die tatsächlich gehaltene Rede enthält einige kleinere Abweichungen:

»Mein Name ist Stefan Borggraefe und ich rede heute für die Klima-Allianz Witten. Die Klima-Allianz ist ein gemeinnütziger Verein. Er setzt sich dafür ein, dass Witten bis 2035 klimaneutral wird.

Ich freue mich sehr, dass so viele Menschen heute in Witten für unsere Demokratie und unsere Grundrechte demonstrieren!

Die sogenannte Alternative ist eine faschistische, rechtsextreme Partei. Sie bekämpft eine demokratische Gesellschaft, in der Minderheiten geschützt sind und jeder Mensch seine unantastbare Würde besitzen soll. Sie vergiftet das Miteinander, indem sie durch ekelhafte Hetze die Menschen gegeneinander aufbringt und dabei die Grenzen des Sagbaren immer weiter nach rechts verschiebt.

„Flood the zone with shit“

Sie lügt den Menschen dabei hemmungslos ins Gesicht. Sie kommuniziert nach der von dem rechtsradikalen ehemaligen Trump-Berater Steve Bannon so bezeichneten Devise „flood the zone with shit“ – „überflute den Raum mit Scheiße“. Das bedeutet: die Menschen werden mit absurden Informationen überflutet, die Fakten verdrehen und hetzerisch sind. Dies ist ein Informationskrieg gegen die die Glaubwürdigkeit von klassische Medien und seriösem Journalismus. Er wird geführt, weil die freie Presse in einer Demokratie ein wichtiges Korrektiv ist – wir haben dies gerade erlebt.

Eine demokratische Gesellschaft benötigt aber eine gewisse gemeinsame allgemein anerkannte Faktenbasis, um sinnvolle Debatten führen zu können. Wenn plötzlich gesicherte Fakten wieder in Zweifel gezogen werden, schadet auch dies der Demokratie und verunmöglicht gesellschaftlichen Fortschritt. Wenn alles beliebig wird, ist dies ein Einfallstor für Unmenschlichkeit. Dann rücken auch die dümmsten, längst widerlegten diskriminierenden Vorurteile wieder in den Bereich des Möglichen.

Fake-News treffen auf die Realität

Fatal wird es, wenn auf Falschinformationen aufbauende Inhalte und Überzeugungen auf die Realität treffen. Denn die Natur verhandelt nicht. Fakten bleiben nun einmal Fakten, egal, wie sehr die Blaubraunen versuchen, die Menschen zu verunsichern.

Ausschnitt aus dem Bundestagswahlprogramm der sog. AfD mit der Lüge über den Stand der Wissenschaft zum menschengemachten Klimawandel

Beim Thema Klimakrise sieht es bei der sog. Alternative nicht anders aus. Sie hat ganz platt die Verschwörungsideologie der Klimawandelleugung etwa in ihr Bundestagswahlprogramm geschrieben. Dort heißt es: „ Es ist bis heute nicht nachgewiesen, dass der Mensch […] für den Wandel des Klimas maßgeblich verantwortlich ist.“

Der enorme Berg an Belegen für den menschengemachten Klimawandel, der von der internationalen Wissenschafts-Community gesammelt wurde, wird schlicht geleugnet. Für die sog. AfD ist der menschengemachte Klimawandel lediglich eine „Behauptung“, die sie für falsch hält.

Es handelt sich bei der Klimawandelleugnung um eine Verschwörungsideologie, weil man diese Ansicht nur vertreten kann, wenn man glaubt, dass sich die internationale Wissenschafts-Community und Journalist:innen weltweit abgesprochen haben, um die Weltbevölkerung systematisch zu belügen. Jede Wissenschaftlerin und jeder Journalist, der Erkenntnisse und belegte Fakten zum menschengemachten Klimawandel präsentiert, wird zu einem Teil dieser internationalen Verschwörung erklärt. Wie fast alle Verschwörungsideologien, ist auch diese letztlich antisemitisch. Denn für die Verschwörungsgläubigen müssen ja irgendwelche dunklen Mächte existieren, die die Verschwörung organisieren und die Fäden im Hintergrund ziehen. Wie bei den Nazis ist es letztlich nach wie vor das „Weltjudentum“, welches nach Ansicht der Verschwörungsgläubigen dahinter stecken soll. Wenn die „Eliten“, die hinter alldem stecken sollen, heutzutage etwa in den Telegram-Kanälen der Verschwörungsgläubigen konkret benannt werden, wird von der Familie Rothschild, George Soros oder Anetta Kahane geraunt – jüdischen Menschen wird also eine zentrale Rolle zugeschrieben.

Die sog. Alternative eng verbandelt mit der Klimawandelleugner-Lobby

Im Bundestag ist der Abgeordnete Karsten Hilse die zentrale Person der sog. Alternative für das Thema Klima. Der Polizeibeamte ist für die AfD-Fraktion Obmann im Ausschuss für Klimaschutz und Energie. Er leugnet auch im Bundestag ganz offen den menschengemachten Klimawandel.

Die zentrale Lobby-Organisation der deutschen Klimaleugner-Szene ist das Europäische Institut für Klima & Energie (EIKE). Dieser Verein versucht sich nach außen wie ein wissenschaftliches Institut darzustellen. Er veröffentlicht dazu zahlreiche Fake-Studien und verbreitet pseudowissenschaftliche Falschinformationen, die belegen sollen, dass der menschengemachte Klimawandel nicht existiert.

EIKE und AfD sind eng miteinander verknüpft. So ist etwa der Vizepräsident von EIKE, Michael Limburg, nicht nur AfD-Mitglied, sondern erhält darüber hinaus ein steuerfinanziertes Gehalt, da er bei eben erwähnten Abgeordneten Karsten Hilse angestellt ist.

Wenn die AfD also tatsächlich irgendwann die Macht erhalten sollte, ihr Programm umzusetzen, würden alle Klimaschutzmaßnahmen beendet werden. Schließlich gibt es für die AfD keinen menschengemachten Klimawandel, gegen den man etwas tun müsste.

Die globale Erwärmung würde dann ungebremst mit den bekannten zerstörerischen ökologischen, sozialen und wirtschaftlichen Folgen voranschreiten.

Mischt euch dauerhaft ein und geht wählen!

Menschen auf der Kundgebung „Laut gegen Rechts“ am 24. Januar 2024 vor dem Saalbau in Witten
Kundgebung „Laut gegen Rechts“ am 24. Januar 2024 vor dem Saalbau

Auch deshalb darf die sog. Alternative niemals reale Macht erhalten! In diesen Zeiten kann es sich niemand mehr leisten, unpolitisch zu sein. Jegliche Sympathien für diese faschistische Partei müssen gesellschaftlich geächtet werden. Durch die heutige Kundgebung wird wohl keine Wählerin und kein Wähler der Blaubraunen umgestimmt werden. Dies ist am ehesten im persönlichen Gespräch mit euch nahe stehenden Personen möglich, sobald ihr Ansätze dieses Gedankenguts bei ihnen bemerken solltet. Dabei müssen wir deutlich machen, welche wirklich schlimmen Folgen politische Macht für die AfD haben würde. Es ist auf keinen Fall akzeptabel rechtsextrem zu wählen, nur weil man irgendwie unzufrieden ist.

Wir können die heutige Kundgebung aber nutzen, um uns besser zu vernetzen. Bitte überlegt euch, wie ihr dauerhaft etwas tun könnt, denn der Kampf gegen den neuen Faschismus ist ein Marathon. Schließt euch einer demokratischen Partei oder einer andere antifaschistische Organisation an. Bringt euch weiter aktiv in die Demokratie ein. Kommt auch gerne zur Klima-Allianz Witten. Dort drüben ist ein Info-Tisch mit vielen Flyern und Kontaktdaten. Bitte nutzt diese Möglichkeiten, euch zu organisieren!

Das Allerwichtigste ist aber, dass ihr euer Wahlrecht wahrnehmt und auch euer demokratisch denkendes Umfeld dazu bringt, dies zu tun. Der Wahltag ist immer der Tag, an dem es wirklich zählt! An diesem Tag wird die Macht neu verteilt. Und die faschistische AfD darf niemals echte Macht erhalten!«