Bericht von Gastautorin Gisela Kimmel zu unserer Veranstaltung „Wanderung auf dem Wittener Gesundheitspfad“, die am 8. August 2020 stattfand.

Als ich vor ein paar Wochen von der Wanderung auf dem so getauften „Wittener Gesundheitspfad“ in der WAZ las, war mir klar, dass ich daran teilnehmen wollte. Nach einer Erinnerung in der letzten Woche in der Zeitung meldete ich mich an.

Kurz vor 10 Uhr traf ich am Gebäude des Forschungs- und Entwicklungszentrum ein, gespannt, was mich erwarten würde. Nach kurzer Zeit waren ungefähr 30 Leute versammelt, und Werner Frischmann, Vorsitzender der Klima-Allianz Witten, führte uns hinter das Gebäude des FEZ. Dort stellte er sich und die vor einem Jahr gegründete „Klima-Allianz“ mit ihren Projekten und Partnern vor.

Die Vorträge zu dieser Gesundheitswanderung begannen mit Frau Irina Wagner, Therapeutin am Institut für Integrative Gesundheitsversorgung und Gesundheitsförderung der Uni W/H. Frau Wagner stellte uns die Säulen der Arbeit dieses Institutes vor. Im Mittelpunkt steht hierbei die ganzheitliche Betrachtung des Menschen, mit dem Ziel, ihm das nötige Wissen und die Fähigkeiten zu vermitteln, um langfristig einen gesunden Lebensstil führen zu können.

Teilnehmende hören Frau Wagner und Frau Bebenroth zu
Danach hielt Frau Britta Bebenroth einen Vortrag über gesunde Ernährung und welche globalen Herausforderungen mit Folgen für den Einzelnen und die Gesellschaft damit zusammenhängen.

Erwähnenswert finde ich die für jeden Teilnehmer überreichte Broschüre „Gesundheit gut & günstig“, die von Dr. Annette Kerckhoff und Katrin Wefelmeier zu diesem Thema herausgegeben worden ist und die zeigt, dass es durchaus möglich ist, sich auch mit einem schmalen Geldbeutel gesund zu ernähren und eine gesunde Lebensführung zu erreichen.

Anschließend stellte uns Benjamin Greulich das Konzept der Zusammenarbeit der Cafeteria in der Uni W/H mit der Entwicklungsgesellschaft für nachhaltige Bildung (EGeV), in dessen Vorstand er ist, in Kooperation mit dem Demeter Gärtnerhof Witten/Annen vor. Die Uni und das Hochschulwerk setzen künftig auf selbst angebautes Essen, ein Projekt, das ich sehr begrüße und hoffentlich noch von vielen jungen Menschen nachgeahmt wird.

Nun ging es auf die Ackerflächen der Pferdebachauen, wo Herr Greulich einen Vortrag über das geplante „Reallabor Bildungsgarten Pferdebach“ hielt. Wir haben viel Wissenswertes über dieses Gebiet erfahren, das ich von vielen privaten Spaziergängen kenne und wegen seiner „guten Energie“, die ich dort spüre, sehr schätze. Was ich bis dahin nicht wusste, ist, dass diese Grünfläche auch zu einer extensiven Schafhaltung genutzt wird, worüber uns Frau Anja Kummer und Herr Greulich informierten.

Extensive Schafhaltung

Vorweg hielt Herr Dr. Hans-Christoph Vahle auf den Pferdebachauen einen interessanten Vortrag über Kulturlandschaften und Artenvielfalt. Voller Stolz zeigte ich ihm anschließend ein Bild über „meine Blumenwiese“ in unserem Garten, die seit Wochen mit den schönsten Wiesenblumen blüht.

Dies sei keine Blumenwiese, sondern Blütenstauden, die zudem nur einjährig blühen, war sein Kommentar. Meine Enttäuschung über diese Information war im Moment groß, da sich mein Auge täglich an diesem Anblick erfreuen kann. So musste ich die Erkenntnis erlangen, dass das Ökosystem „Wiese“ wohl doch komplexer ist, als ich dachte. Ein paar, wenn auch teure, Blumensamen auszustreuen, reicht wohl nicht, um eine ökologisch wertvolle Wiese zu bekommen. Na ja, ich werde daran arbeiten…

Weiter ging es durch ein kleines Wäldchen oberhalb des Friedhofes an der Dortmunder Straße, das eine kurze willkommene Abkühlung bei der großen Hitze bot (Abkühlung ist sicherlich eine große Übertreibung!) hin zu den städtischen Kompensationsflächen an der Stockumer Straße, dessen Nutzung und Pflege der Entwicklungsgesellschaft untersteht.

Danach überquerten wir die Stockumer Straße, um anschließend zum Institut für Waldorfpädagogik und dem dazugehörigen Demeter Gärtnerhof Witten/Annen zu gelangen.

Nach über zwei Stunden Wanderung erwartete uns dort ein leckerer Salat aus heimischem Anbau und ein Plätzchen im Schatten. Herr Greulich hielt einen Vortrag über bio-dynamischen Gemüseanbau und machte darauf aufmerksam, dass man Gemüse von dort als Mitglied der Solidarischen Landwirtschaft am Gärtnerhof beziehen kann oder es online per Direktvermarktung bestellen und sogar nach Hause gebracht werden kann. Die Internetadresse dazu ist https://www.wirgemüse.de/

Anschließend teilte sich die Gruppe. Einige Teilnehmer gingen von dort aus zurück zum FEZ, ein weiterer Teil der Gruppe, wozu auch ich gehörte, ging weiter zum Bildungsgarten am Vöckenberg der EG e.V. Der Weg dorthin war mir durch viele Spaziergänge und Wanderungen ebenfalls bekannt. Das Klassenzimmer auf dem Acker, das die Form einer Jurte hat und das dort seit kurzer Zeit steht, war jedoch neu für mich.

Herr Greulich und Frau Kummer tragen vor
Auch hier erzählten uns Anja Kummer und Benjamin Greulich etwas dazu, u.a., dass eine Kooperation mit der Harkortschule bestehe und dass es angedacht sei, einmal in der Woche den Unterricht mit einer Klasse hier fächerübergreifend und handlungsorientiert stattfinden zu lassen. Da ich vor meiner Pensionierung einige Jahre an der Harkortschule unterrichtet habe, freute ich mich, dies zu hören, und ich dachte, dass es schade sei, dass ich nicht mehr dabei sein könne.

Der Gemüsegarten, der dahinter angelegt ist, wird u. a. von den Kindern der Harkortschule bewirtschaftet.

Zum Schluss ging es auf ruhigen Straßen und Wegen zurück zum FEZ.

In Erinnerung geblieben sind mir zu Glück nicht nur die große Hitze, sondern die vielen Eindrücke und anregenden Gespräche, die ich geführt habe.

Und nicht zuletzt die freudige Erkenntnis, dass so etwas Gutes und Wertvolles ganz in meiner näheren Umgebung wächst und entsteht, an dem ich nicht nur passiv, sondern auch aktiv teilhaben kann.
Ich freue mich, dass Aktive aus Witten zu dieser Wanderung eingeladen haben und bin gespannt auf viele weitere Projekte.

Meine Wanderung auf dem „Wittener Gesundheitspfad“

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